ZURÜCK IM SÜDEN

Einmal im Jahr – al minimo – da treibt es mich zurück. Zurück in den Süden. Mein stolzer Viertel Italia ist stärker ausgeprägt als ein Viertel. Und dieser soll stetig gehegt und gepflegt werden. Der erste Schwumm im Meer bringt ein Dby-Ritual mit sich. Der eine obligate Meeres-Schluck. Salzig, körnig und erfrischend. Ja, dann bin ich da – zurück im Süden.

Camping Etruria. Da schlägt nicht nur das Kinderherz höher! Ok, Mäni und ich werden wohl in 100 Jahren nie die Camper, aber wir sind ja ein flexibles Paar und buchten auf dem Camping eines dieser schönen blauen Häuschen. Inmitten eines schönen Pinienwäldchens und doch wenige Minuten vom Meer gelegen, bietet sich eine Oase für Gross und Klein.

 

Hätte man keine Kinder wäre die Reise in sechs bis sieben Stunden bis zum schönen Ort Marina di Castagneta di Carduggi easy zu bewältigen – jedoch mit Kindern und einem geschlossenen Gotthard-Tunnel, musst du acht bis zehn Stunden rechnen ;). Da kann es nämlich schon vorkommen, dass du zweimal das verdaute Laugen-Schinken-Sandwich deines Kindes, das sich als "Bobo" herausstellt, putzen darfst, währenddessen es schneit und du dir in deinem Sommerkleidchen auf einem dieser schönen Schweizer Pässe den Allerwertesten abfrierst.

Endlich angekommen steht im Häusschen eine leckere Flasche Wein mit zwei Gläsern bereit – oh ja, den hatten wir jetzt bitter nötig, wenns auch nur ein Schluck war. Das Häusschen bietet alles, was im Leben so gebraucht wird. Ja, gar mehr. Im Elternschlafzimmer steht eine eigene Dusche mit eigenem Klo! Ich meine, das habe ich nicht mal zu Hause.


Bildquelle: Camping Etruria

Einmal mehr bin ich fasziniert und muss Schmunzeln über das menschliche Dasein. Der Mensch liebt sein kleines Reich und gleichzeitig liebt er es alles zu beobachten, was über sein Holz-Terrässchen hinaus geschieht - mich eingeschlossen. Da war der Franzose, der mit seinen 50er Jahre Abwaschhandschuhe immer schön fröhlich und mit einem breiten Grinsen über alle Ohren grüsste. Oder der Deutsche, welcher grummliger nicht hätte sein können und in der Nacht nicht mehr grummlig, sondern rammlig war, oder das Schweizer Pärchen, welches bereits um 21.00 Uhr alle Lichter löschte und was weiss ich anstellte. Ja, manchmal muss man für mein Empfinden auf einem Camping-Platz zu fest am Leben anderer teilhaben ;).

Gleichzeitig stellte sich für mich aber auch ein ganz schön beruhigendes Gefühl ein. Da erlebst du nämlich zeltwandnah oder eben blaues-Häuschen-Holz-Wändchen-nah mit, dass das Leben mit Kindern bei anderen Familien nicht weniger laut aussieht. Huch.

Der Campingplatz Etruria bietet so ziemlich alles: Camping-Stellplätze für Hardcore-Camper - also die Echten, die blauen Häuschen für Möchtegern-Camper und Glamping für alle, die auf den Luxus nicht verzichten möchten. Es hat: ein Restaurant, eine Bäckerei und Metzgerei, Spielplatz, Abendprogramm, Einkaufsmöglichkeiten, schöne Städtchen in der Umgebung und natürlich einen kilometerlangen Sandstrand.

Auch konnte ich mir einen lang ersehnten Wunsch auf meiner Will-ich-unbedingt-gesehen-haben-Bucket-List erfüllen. Der Schiefe Turm von Pisa!

Der wöchentliche Markt von Cecina tat meinem Viertel Italienerin so gut und da holten wir uns eben die Felder der Toskana zu uns auf den Tisch. Das blaue Häuschen ist nämlich mit einem Gasherd ausgestattet - I LIKE!

 

 

Und ein Dby-Ritual wäre kein richtiges Dby-Ritual, wenn es nicht ein Anfang und ein Ende gäbe. So verabschiede ich mich jedes Mal kurz bevor es nach Hause geht nochmals mit einem letzten Schwumm inklusive obligatem Schluck vom Meer und sage: A PRESTO!

 

 

 

 



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