GIVE AND TAKE

So schnell sagen wir: Kinder sind ein Geschenk! Doch ganz ehrlich? Behandeln wir sie wie eines? Lass mich ausholen.

Die vergangenen Tage haben mich mehr als herausgefordert. Die Müdigkeit, das Immer-Dran-Sein, das 1000end-Dinge-beginnen-und-nicht-zu-Ende bringen, nagten an mir. Das Glas schien eher halbleer als halbvoll zu sein und irgendwie bewegte sich alles in einer Abwärtsspirale und es breitete sich eine negative Stimmung aus.

Negative Stimmung, die hauptsächlich ich verbreitete und mich mehr als einmal weinend im Keller vor der Waschmaschine wiederfand (oder vor den Kiddos ;), war die Folge. Meine Ausgeglichenheit war so gar nicht ausgeglichen. Ob es dagegen eine Lösung auf Knopfdruck gibt? Mmmhh, bezweifle ich. Aber sind es nicht genau jene Momente, die für uns wichtige Lernprozesse sind? Und der Weg, der dazu führt? 

Seit ein paar Wochen gehört der Montagabend fix mir. Ich versuche zeitig ins Bett zu gehen, nehme mein Buch, das ich zur Zeit am lesen bin mit, höre Musik, vor allem aber bete ich. Für unsere Ehe, für unsere Familie und jedes einzelne Kiddo und notiere dies in meinem Notizbuch nieder.

In einem Buch las ich, dass wir beginnen sollen für die kleinen Dinge zu beten. Für die Socken am frühen Morgen, die einfach nicht passen wollen, für die zu lauten Mahlzeiten, für die abendlichen Ich-brauch-noch-Milch-muss-Pinkeln&Co-hab-Angst-und-jetzt-werd-ich-richtig-Kreativ-kann-nicht-Schlafen-Momente und eben, wenn mir Alles zu viel wird.

Und jeden Montag stelle ich fest, dass ich hinter einige Gebetsanliegen tatsächlich ein Häckchen machen kann - und einiges ja einiges das übertrage ich von Woche zu Woche erneut ;).  Und da wären wir wieder beim Geschenk.

Das Zusammenleben als Familie ist ein Geben und Nehmen. Es sind die Erfahrungen, die wir an unsere Kiddos weitergeben und die Entdeckungen, die wir durch unsere Kiddos zurück bekommen. Wir werden erinnert, was wir vergessen haben.

Es sind die Ohren, die halt nun geschlossen haben, wenn man sie putzen will (ok, sollte/dürfte man ja eh nicht, pssst), es ist der kindliche Gesang während dem Karton entsorgen, es sind die Kunstwerke an der Wand, die auf einem Blatt begonnen haben, es ist die Batterie im Klo, die sich partout nicht runterspülen lässt, oder der Grossätti, der statt pensioniert, paniert ist.

Ich glaube ein Geschenk verlangt von uns viel viel mehr ab, als uns lediglich daran zu erfreuen. Ein Geschenk bedeutet Flexibilität. Flexibilität in meiner Ansicht. Ein Geschenk bedeutet Offenheit. Offenheit gegenüber Neuem.

Ein Geschenk bedeutet Wertschätzung und Respekt. Wertschätzung und Respekt genau dann, wenn meine Flexibilität und meine Offenheit aufs Exempel herausgefordert werden. Und nicht zuletzt bedeutet ein Geschenk Dankbarkeit. Dankbarkeit für ein ganz besonderes und einmaliges Geschenk!

Und wenn ich unsere Kiddos wie ein ganz besonderes und einmaliges Geschenk betrachte, dann bin ich auch immer wieder aufs Neue bereit zu geben, soviel und noch mehr davon was sie brauchen.

Die beiden Ringe habe ich mir auf die Geburt der Zwillinge hin geschenkt. Sie sind für mich ein Sinnbild dieser Give-and-Take-Verbindung - unserer kleinen grossen Baumi-Crew.



comments powered by Disqus