DIGITAL KIDS

Mäni und ich besuchten vergangene Woche einen Vortrag zum Thema «Kinder und digitale Medien». Ein herausforderndes Thema. Und umso wichtiger, dass wir Eltern uns damit auseinandersetzen.

Ich habe für mich persönlich zwei ganz entscheidende Punkte mitgenommen, die ich hier gerne teilen möchte. Nämlich das Was und das Warum.

DAS WAS
Wir sind in einer Welt, da sind digitale Medien kaum wegzudenken. Alleine schon der Gedanke daran, welche Berufe es heute noch vollkommen ohne digitale Medien (Internet, Telefonie, etc.) gibt, lässt uns ins Grübeln kommen. Aber auch unser Alltagsverhalten. Wir checken die Uhrzeit auf dem Handy, wir verabreden uns über Whatsapp, wir bestellen unser Bahnticket online, wir bezahlen unsere Rechnungen vie e-Banking, wir lesen digital Zeitung und streamen unsere Musik. Wir sind digital. Wir sind online. Omnipräsent. 

Als Vorbild und mit einem gesunden Umgang unseren Kiddos voranzugehen, erachte ich als Grundvoraussetzung. Stinkt der Fisch am Kopf, stinkt der gesamte Fisch.

Und mit gesundem Umgang ist nicht gänzlicher Verzicht gemeint. Vielmehr ein Hinsehen und eine interne SWOT-Analyse vorzunehmen. Wo haben wir selber im digitalen Umgang mit Medien Chancen und Risiken, wo haben wir Stärken und Schwächen?

Weil wegdenken oder verbieten wird langfristig in unserer Welt wohl utopisch sein.

Wir als Eltern haben die Aufgabe zu begleiten, uns zu kümmern UND uns zu interessieren. Wie sieht so ein Fortnite Game aus? Oder was hat es mit der App Tik Tok auf sich? Noch sind unsere Kiddos nicht in diesem Alter. Mäni hats aber trotzdem mal «gegamt» und ich getanzt ;). Wir können keine Leitplanken setzen, wenn wir nicht wissen wie breit die Strasse ist und die ist in der digitalen Welt hiesig und leider auch mit möglichen bitteren Sackgassen.

Wenn wir wissen um was es geht, ebenfalls die Altersbegrenzung berücksichtigen - sidenote aus dem Vortrag: wir drücken dem 12-jährigen Kind auch nicht die Autoschlüssel in die Hand, schliesslich schreibt das Gesetz auch da eine klare Altersbegrenzung von 18 Jahren vor.

Ein guter Input fand ich ebenfalls den Handyparkplatz - für ALLE Handys im Haushalt. Zeiten vereinbaren, Rituale integrieren um ermüdende tägliche Diskussionen zu minimieren. Wir geben dort Kraft aus, wo wir sie investieren - deshalb war ich ganz ehrlich auch erstaunt darüber, war die Schulaula nicht bis zum letzten Platz voll besetzt.


DAS WARUM
Viel beschäftigt, immer erreichbar, mehreres tun wir gleichzeitig. Den flatternden Schmetterling haben wir mit Blick auf unser Handy leider verpasst. Wir verlernen uns Zeit zu nehmen. Zeit für die Schönen Dinge. Zeit einander Aufmerksamkeit und Liebe zu schenken.

Alles wird schneller, muss effizienter gehen. Die Frage nach dem Warum versiegt. Warum ist es eigentlich so toll, wenn man nach fünf Minuten im Game weiter kommt? Warum sind viele Likes schön?

Weil es uns Bestätigung gibt. Bestätigung, die wir einander nicht mehr geben. Es ist jene Bestätigung, die wir bekommen würden, wenn da etwas mehr Zeit wäre. 

Eine Studie liess Kiddos verschiedenen Alters befragen, mit wem sie spielen. Selten wurden die Eltern genannt. Und ich stelle die Frage: Wie oft nehmen wir uns die Zeit mit unseren Kiddos zu spielen? Und da spreche ich nicht von gamen, sondern aktiv damit was unsere Kiddos lieben zu spielen und uns auf Augenhöhe mit unseren Kiddos zu begeben. Oder umgekehrt wie oft fühlen sich unsere Kiddos gelangweilt und lassen wir sie langweilen? Weil auch das wichtig ist.

Findet das Alles nicht oder wenig statt und stellen wir uns vor die Kiddos und erteilen von oben Befehle, so stellt sich ein Weiterkommen in einem Game oder viele Likes erhalten eben als ziemlich schön ein. Ganz spitz behaupte ich, dass dies der Beginn einer Abwärtsspirale ist und ewiges «Rumgemotze» die Problematik verschärft.

Und ich bin heute besonders charmant und stelle mir und dir folgende Sonntagsfragen: Welche Erinnerungen schaffen wir? Was verbindet uns? Und was brauchen wir voneinander?

Die liebe Liebe! Die liebe Zeit! Wir brauchen uns. Wir brauchen Gemeinsamkeit. Wir brauchen Erlebnisse, aber auch gute Kompromisse. Wir brauchen bei aller Digitalität immer noch die frische Luft und die Natur, damit die Heiterkeit auch im Hause bleibt.

HAPPY SUNDAY

PS: Das Kleid, das ich trage ist von Sabine Pontenier - ein Traum in rot. Danke freespiritshit für deine Perlen-Bilder ♡.



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