PETER PAN UND LOU UND ILAY

Vor zwei Wochen wurde ich von einer Freundin ins Stadttheater Bern eingeladen. Es war die letzte Aufführung des Stückes Peter Pan mit musikalischer Leitung und Komposition von The bianca Story (oh, how I love them!).

Ein Besuch im Stadttheater ist für mich immer wieder etwas ganz Besonderes. Ich fühle mich in einer anderen Welt, in einem anderen Zeitalter. Der Bau des Gebäudes, der rote Vorhang, die Leuchter, die Stuckaturen, die Bildmalereien hoch oben an der Decke, die Besucherinnen und Besucher, ja gar der Geruch. Und es erinnert mich an meine Kindheitsträume - ich wollte tatsächlich Prima Ballerina werden.

 

Wenn ich im Stadttheater bin, beginnen diese Träume weiter zu leben. Und meine Gefühle spielen beim Verlassen oft Theater, weil ein Hauch Wehmut mit dabei ist.

Zu Hause angekommen hat sich alles wieder beruhigt und ich finde meine Rolle im Jetzt so wie ich sie spielen will.

Es ist dunkel und mux-mäuschen still. Der mondäne Vorhang wird mit einem Lichtkegel beschienen. Der Regisseur tritt auf die Bühne und berichtet, dass ausgerechnet an der heutigen und letzten Aufführung Peter Pan, die Hauptrolle, wegen Krankheit und auf Ärztlichen Verweis hin, ausfällt. Ein Raunen geht durch die Balkone und Reihen. Das Stück wird nicht abgesagt. Der Regie-Assistent wird ab Manuskript die Rolle lesen. Erst war ich zutiefst enttäuscht. Und dann wurde ich überrascht! Der Regie-Assistent begab sich während des Stückes plötzlich in die Rolle des Peter Pans und vom Lesen begann er zu Spielen. Lustige Unterbrüche wie als sein Buch mit dem Manuskript zu klappte und seine Textstelle an der Reihe gewesen wäre, gab unterhaltsame Lacher. Es war eine gelungene Vorstellung und ein unvergessliches Geburtstagsgeschenk! 

Auch Peter Pan begleitete mich diesmal mit Nachhause. Denn er erinnerte mich... an mich. Zu gut kann ich mich daran erinnern, dass ich lange nicht wirklich erwachsen werden wollte (aber eine eigene Wohnung haben und Auto fahren können unbedingt). Peter Pan liess mich aber auch in Bezug auf meine Söhne sinnieren.

Meine Söhne! Lou und Ilay. Mich hören zu sagen: «Meine Söhne!» (oder jeweils «Mini Gielä») fühlt sich noch immer so überwältigend an. Die vergangenen Wochen dieses Jahres waren gefüllt mit so vielen Highlights. Ein kleiner Schnell-Abriss...

>>> Wiedereinstieg aus Mami-Urlaub bei Festanstellung >>> Dates mit Mäni >>> tolle Aufträge >>> Wiedersehen mit Freundinnen und Freunden >>> Berge von Wäsche >>> Abgestillt :( >>> Überraschungspakete >>> Mami, das mir die ganze Wäsche zusammenlegt >>> und sowieso meine Eltern und Schwiegereltern, die uns unterstützen!

Und auch bei den Kiddos geht’s ab...  



LOU(s)BUEB

>>> Lou zeigt mit Finger auf meine Wimpern und meint: «Mami, hesch Spinnele hie».

>>> Lou zerrupft meinen Tulpenstrauss in zig Stücke und verteilt diese im ganzen Wohnzimmer - ich komme rein und sage «Oh no!». Er: «Gäu cool, Mami».

>>> Ich suche Lou und finde ihn mit den Kleidern in der Dusche - voll eingeschaumt.

>>> Es ist still - Lou ist im Büro am Compi und als ich komme, frage ich was er dort mache: «Lou schaffe, Lou Mail schribe!»

>>> Und als ich aufs WC gehen will, schwimmt der Handyvertrag im Wasser.


Mein Liebslingsoutfit für Lou: Hemd bei Zara, Hose bei H&M, Moccasins bei Stadtlandkind, Fliege bei H&M

Ok, das waren jetzt alles Lou'sbuben-Auszüge. Aber da sind unzählige Momente, die mich von so einem kleinen Menschen zutiefst berühren und faszinieren. Vergangenen Sonntag waren wir beim Zehendermätteli und plötzlich sagt er aus dem Nichts: «Mami», und ich: «Ja, Lou was ist?» er: «Ha di lieb!».

ILAY (unser LayLay oder Ilyvanily) 

>>> Ilay liebt sein geschenkt bekommenes Keyboard und «tanzt» zur Musik (dabei bewegt sich sein ganzer kleiner Körper, welcher im Takt hin und her wippt :)

>>> Ilay sitzt

>>> Ilay zahnt (er hat schon 1.5 Zähne, die nach hervorschauen - thanks god!) 

>>> Ilay schläft (fast) durch 


Mein Liebslingsoutfit für Ilay: Shirt bei Joe Fresh, Hose bei Noppies, Moccasins von The little doe

Aber es ist noch vieles mehr. Ilay bringt so eine gute Stimmung in unsere Familie. Und ja, schon jetzt kommen die beiden auf Ideen (Lou natürlich als Anstifter)... So entdeckte ich die beiden beim Herausreissen des gesamten Klebebandes. Der Berg von verklebtem Klebeband klebte natürlich lustig an den kleinen Händen und bevors in die Haare gelangte, war Mami da :).

Und wenn wir mit dem Auto durch die Gegend fahren, sehe ich plötzlich dutzende von Traktoren, Pferde, Sterne und weil da ein kleines feines Stimmchen von hinten alles kommentiert was es sieht, erlerne ich dabei das gesamte Repertoire an Löffelbagger, Kipplaster bis hin zum Betonmischer (endlich weiss ich, wie diese Dinger heissen).

Kürzlich liefen wir zusammen über den Pausenplatz der Oberstufe und es war gerade Schulschluss. Der Anblick dieser vielen jungen Leute, liess mich an die Knöchel frieren (oh mann ich werde alt). Ich sah zudem die Stylisten der nächsten Generation, Models und ganz viel Potenzial, das leider da nur so rumsass (aber ich kann mich ja zu gut erinnern wie wichtig es eben war dazuzugehören).

Und manchmal bemerke ich, dass ich dazu neige ein big-brother-is-watching-you-Auge zu sein. Ich möchte die Kiddos bewahren, alles sehen um sie zu beschützen, ihnen Schmerz, Unfairness und Leid ersparen. Aber dann fühle ich mich auch einfach als Peter Pan, der selbst wie ein Kind beschwingt, schwerelos und mit 1000end Ideen im Kopf durchs Leben tanzt, zusieht, mithilft und Dinge geschehen lässt. 

«Damit Sie kein Detail verpassen» lautet der Claim, der Circle WLAN-Kamera von Logitech. Auch ein Auge, das zusieht und zulässt was geschieht. Ich habe die Kamera geschenkt bekommen und deshalb und als Dankeschön, möchte ich über sie berichten. Denn erst war ich skeptisch, aber Mäni ist bei uns (ämel in Sachen Technik) der Early Bird.

Die Kamera funktioniert so, dass alles in Echtzeit auf dem Handy mit Bild und Ton übertragen wird. Sie ist aber vielmehr als ein Walkie Talkie. Denn das Zuhause ist von überall im Blick und mit der Circle App gibt es die Möglichkeit eine Zusammenfassung des Tages in einem 30-Sekunden-Videoclip, dem sogenannten «Day-Clip» anzusehen. Aber auch nebst diesen Zusatz-Gadgets ists ein Gerät, das nicht bei jedem Piep den Ton angibt und weiss wie richtig zu filtern. Oh, ich freue mich schon jetzt auf lauschige Abende im Garten, wenn die Kiddos schlafen und die Circle wacht.


Lightbox von Juicy Kids.

Und ich frage mich in welche Rolle werde ich als Mami schlüpfen? Welche Rolle werde ich im Leben meiner Kiddos spielen? Die des wachsamen big-brother-is-watching-you-Auge oder die des Peter Pans?

Was wenn sie gehen, sich selbst entscheiden, ich definitiv nicht mehr die Kleider hinlegen darf, sie mir nicht mehr alles erzählen wollen, ihre Phasen haben, furchtbare Kleider tragen (scheisse, hab ich ja auch).

Ohja, ich möchte die Rolle des Peter Pans spielen und nicht diejenige des mutantischen Big-Brothers-Auge (ok, vielleicht bisschen von beidem, aber im gesunden Mass). Ich möchte unsere Kiddos mit auf diese Reise namens Kindheit nehmen. Ihnen ein Stück Neverland mit auf den Weg geben. Ich möchte meinen Kiddos die Welt zeigen, ihnen Essen von fremden Kulturen servieren, sie ermutigen und bestärken. Sie aber auch gehen lassen im Wissen, dass eine kleine Tinkerbell namens Mami immer für sie da ist und an sie denkt. 

PS: ich weiss, dass dieser Blog-Post sehr ein Schwärmen von meinen Kiddos beinhaltet und ich wünsche mir, dass jedes Mami von uns zig solcher Erlebnisse haben darf und sich nicht vergleicht.



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