REDUCE REUSE RECYCLE

Ich bin zurück aus der Stille. Mein Handy hat sich vergangenes Wochenende verabschiedet. Und das war irgendwie richtig gut. Weniger gut und ärgerlich all das was weg ist, mühsam irgendwie wieder zusammen gesucht und retour gebästelt werden musste und die fehlende Zeit dafür. Mäni's Ruhe und Geduld: Mammamia!

Für die vielen schönen und berührenden Rückmeldungen und Gratulationen zum ersten Geburtstag der Zwillinge möchte ich mich von Herzen bedanken. Ich bin noch dabei auf Instagram in den Stories und danach in den Highlights einen Rückblick von diesem ersten wunderbar-schönen-intensiven Jahr zu machen. 

Kürzlich diskutierten wir am Tisch und Ilay fragte mich: «Isch hüt morn?» worauf ich ihm die Wochentage und die Bedeutung von heute und morgen erklärte. Das «isch-hüt-morn» ging mir irgendwie nach, so dass es hier landet. 

«Isch hüt morn?» Ja, es ist. Nämlich in unserem Tun. Ganz nach der Weisheit: Was wir heute säen, werden wir morgen ernten. Dieses Bewusstsein hat sich bei uns mit Kiddos in den vergangenen Jahren verändert und geschärft. Unsere Werte, die wir mitgeben möchten, unsere Verantwortung gegenüber unseren Mitmenschen und vor allem unserer schönen einen Mutter Erde zu liebe!

In der Umsetzung und gerade als Grossfamilie eine Herausforderung (wenn ich an unsere Windel-Berge denke!). Doch ich bin der Meinung, dass wenn wir im Kleinen üben und darin richtig gut werden, so werden wir immer besser und geübter, bis unser Tun weiss was es tut und zu einer neuen Selbstverständlichkeit wird (man könnte dem wohl auch Neuzeit-Problem sagen). Wie das konkret mit ein paar Beispielen bei uns aussieht... (nicht abschliessend) 

 

REDUCE

Ich mag es geordnet und übersichtlich. Konnte und musste aber auch lernen wenn das zu 99.9% eben nicht der Fall ist, oder erst wenn die Kiddos schlafen ;). Ich habe seit ein paar Wochen (es brauchte dazu tatsächlich fünf Kiddos) Kisten angeschafft, die ich mit Kleber-Buchstaben mit dessen Inhalt beschriftet habe. «Kaplas», «Dinos», «Duplos», «Puzzles», etc. und die wichtigste Kiste: «Zügs».

Ich kann dir sagen, es ist nicht nur ordentlichererer und strukturiertererer bei uns, die Kiddos spielen seither viel schöner und ich bin irgendwie auch entspannter und wir verbringen definitiv weniger Zeit mit aufräumen. Auch weil wir (ich ;) vieles reduziert, aussortiert und ausgemistet haben. Neuanschaffungen werden diskutiert, Geschenke für Geburtstage auf eine Spielsache pro Kind reduziert - sonst haben wir in unserem 120m2-Häuschen nämlich bald keinen Platz mehr ;).

 

REUSE

Alles was noch funktioniert und in gutem Zustand ist, kommt auf unsere Flohmi-Ecke im Keller, den wir dann irgendwann mal veranstalten. Was andere benutzen und gebrauchen können verschenken oder leihen wir aus.

 

RECYCLE VS UPCYCLE

Kaputte Hosen bei den Knien schneide ich ab. Pjy's werden zu fusslosen Stramplern, das Loch beim Hosenboden versuche ich mit coolen Stickern zu vernähen. Ich muss aber auch ehrlich sein, weil mich dieser halbe Sack voller kaputter Kleidung (defekte Reisverschlüsse bei Schlafsäcklis, etc.) irgendwann dermassen nervte, dass ich dies dann eben doch entsprechend entsorgte. Alles mit Flecken sortierte ich vorher aus und färbte es auf Schwarz um. Da waren viele T-Shirts dabei oder aber dieses eine Kleid, das ich wegen der Farbe wegen nicht mehr trug und nun wieder ein Lieblingskleid ist.

 

RETHINK

Ich füge den obigen drei RE's ein viertes an. RETHINK. Brauchen wir wirklich was wir meinen zu brauchen? Ja, ich habe mich in diese Latzhose verliebt und dann an meine wirklich gut bestückte Kleiderkammer gedacht. Awhhh. Dann hab ich überlegt. Ein paar Tage mir Zeit gelassen. Bis das «Mol» kam (ok, es war ja von Anfang an da und ich kann sie irgendwann Yua weitergeben, Räusper ;) - dass die Latzhose von einem nachhaltigen Label - Rylee & Cru - kommt und von einem meiner Lieblingsunternehmen angeboten wird, siegte dann. 

Stadtlandkind.ch ist für mich wohl eines der innovativsten und dynamischsten Schweizer Unternehmen im Online Concept Store Bereich. So haben sich Tobias von Stadtlandkind.ch und Mariella von Stoff&so bezüglich umweltfreundlicher Alternative zur Einwegverpackung intensive Gedanken gemacht, getüfftelt und entwickelt: den «Kickbag – for nature» (kickbag.ch).

Der Kickbag schafft sozusagen eine Win-Win-Win-Situation. Er dient als Verpackung und Versandtasche, kann vom Kunden kostenlos retourniert werden - falten und in einen Briefkasten der Schweizerischen Post einwerfen - bis er dann zurück für die nächste Bestellung aufbereitet wird und das bis zu 30 Mal! Der Beutel besteht aus recyceltem PET. So wird nicht nur das Klima geschont, sondern auch die Zeit (und in teils Gemeinden auch Geld), die man sich sparen kann beim Karton entsorgen.

In der Schweiz könnte der innovative Kickbag den E-Commerce nachhaltig revolutionieren. Der Kickbag soll nach der Pilotphase auch anderen Online-Händlern zur Verfügung stehen - just ask them...

Wie man auf solche Ideen kommt? Und wie man RETHINK kultiviert? Das Drum-Herum reduziert? Wiederverwendet? Wiederverwertet? Mit der Stille. Wenns sein muss mit dem Aus-Knopf auf dem Handy.

 

HAPPY WEEKEND

PS: Meinen Weg von Fast- zu Fair Fashion kannst du mit einer Liste an tollen nachhaltigen Fair Fashion Labels auf dem Blog loumalou von Nadja Zimmermann nachlesen. Dieser Beitrag entstand nämlich vor einem Zeitchen in wunderbarer Zusammenarbeit - merci Nadja!

PPS: mein Outfit... Latzhose äbä von Rylee & Cru bei Stadtlandkind.ch, Bluse Vintage-Broki-Fund, Hut bei Jungle Folk, Boots uralt.



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