THIS PICTURE

Ja, eigentlich ist es etwas intim hier mein inneres Innenleben zu zeigen. Vielmehr geht es mir jedoch um dieses Bild an für sich. Es ist das erste Foto unserer Zwillinge. Es ist das Bild, das meinem Herzen einen erhöhten Herzschlag, 1000end Schmetterlinge in meinen Bauch und ebensoviele Gedanken in meinen Kopf zauberte. Von 0 auf 100. Es ist ein Geschenk - mal zwei, das ich nicht wirklich in Worte fassen kann, aber dieses Bild irgendwie schon. 

Die ersten Wochen als Mäni und ich von diesem doppelten Schatz unter meinem Herzen wussten, waren wie soll ich sagen «kind of weirdo». Von Freude, ja übersprudelnder Freude, zu höchstem Respekt, wenn nicht Angst. Unser Leben an uns vorbeiziehend, sehend in Lumpen und tiefen Ringen, die uns bis zu den Knien und bis an unser Lebensende reichen würden (werden?), und dass wir wohl nie und nie mehr mit grosser Sicherheit zu Besuch eingeladen werden, chchch. Und dann wiederum blickten wir uns an und mussten einfach loslachen.

Für uns ists ein Traum (den ich manchmal nicht wagte zu träumen), der Wirklichkeit wird, weil wir mit dem Entscheid für ein viertes Kiddo, ganz klar auch ein Ja für ein fünftes Kiddo hatten. Es fühlt sich an wie ein Lottogewinn, der nun die ganze Überforderung mit sich bringt, wie das Antwort darauf suchen, was wir mit so viel Geld tun würden. Oder als hätten wir uns auf unsere Traumstelle beworben und den Job bekommen.

Und inzwischen meldet sich in mir wieder dieser «altbekannte» Hormoncocktail zurück. Der mich schüttelt und rührt. So verbunden zu sein überwältigt mich und weckt viele Gefühle auf einmal. Nichts gehört mir und nichts ist selbstverständlich. Es ist ein Geschenk, das ich auch wie eines behandeln möchte.

Zum Wochenendstart möchte ich deshalb gerne das nachfolgende Gedicht von Khalil Gibran teilen, das mich daran immer wieder erinnert.

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Eure Kinder sind nicht eure Kinder.
Sie sind die Söhne und die Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selber.

Sie kommen durch euch, aber nicht von euch. Und obwohl sie mit euch sind, gehören sie euch doch nicht.

Ihr dürft ihnen eure Liebe geben,
aber nicht eure Gedanken, denn sie haben ihre eigenen Gedanken.

Ihr dürft ihren Körpern ein Haus geben, aber nicht ihren Seelen, denn ihre Seelen wohnen im Haus von morgen, das ihr nicht besuchen könnt, nicht einmal in euren Träumen.

Ihr dürft euch bemühen, wie sie zu sein, aber versucht nicht, sie euch ähnlich zu machen. Denn das Leben läuft nicht rückwärts noch verweilt es im Gestern.

Ihr seid die Bogen, von denen eure Kinder als lebende Pfeile ausgeschickt werden. Der Schütze sieht das Ziel auf dem Pfad der Unendlichkeit, und er spannt euch mit seiner Macht, damit seine Pfeile schnell und weit fliegen.

Laßt eure Bogen von der Hand des Schützen auf Freude gerichtet sein; denn so wie der den Pfeil liebt, der fliegt, so liebt er auch den Bogen, der fest ist.

by Khalil Gibran

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HAPPY FRIDAY



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